Über Kirschenhain

Der Kirschenhain wurde im Frühling 2002 von der japanischen Künstlergruppe "to the woods" in Zusammenarbeit mit der Magistratsabteilung 49 der Stadt Wien gestaltet. Die Kirschbäume sind ein Teil der 1000 japanischen Kirschbäume, die der Stadt Wien, anlässlich des 1000-Jahr Jubiläums von Österreich, als Geschenk übergeben wurden. Sie tragen jedes Jahr von Mitte bis Ende April karmesinrote Blüten. Dieser Kustraum ist eine Neuinterpretation des traditionellen Japanischen Gartens.



  Entwurzelt und verwurzelt



     
       
       

  Information

Die Kirsche (sakura) aus botanischer Sicht

Bei der Kirsche (sakura) handelt es sich um Laubhölzer, die zur Familie der Rosengewächse, Gattung Prunus gehören. Zur großen Gattung Prunus zählen außer Kirsche u.a. auch noch Japanische Pflaume (ume), Pfirsich (momo), Aprikose (anzu) oder Europäische Pflaume (sumomo).
Die Kirsche ist vorwiegend in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel beheimatet. Von den wildwachsenden Arten sind in Japan neun zu finden (siehe unten), im benachbarten China wurden rund 30 wildwachsende Arten gezählt, die hauptsächlich in den Provinzen Sechuan und Yunnan anzutreffen sind. Daneben wächst die Kirsche auch in Indien, Thailand und Nepal wild.
In Japan, das eine Kultur der besonderen Wertschätzung der Kirschblüte entwickelt hat, wurden jedoch auch sogenannte Ziersorten kreiert. Derzeit gibt es weltweit - wildwachsende Arten und deren Abarten sowie Ziersorten zusammengenommen - rund 400 Kirscharten.
So groß wie die Vielzahl der Kirscharten sind auch die Unterschiede in ihrem Aussehen. Die Baumhöhe reicht von Arten mit über 20 Metern bis zu Arten, die zwei bis drei Meter hoch werden. Nach der Gestalt kann man Arten unterscheiden, deren Zweige nach oben wachsen und Arten, deren Zweige herabhängen. Die Blüte weist üblicherweise fünf Blütenblätter auf, es gibt jedoch auch Arten mit achtfachen Blüten (yaezaki) oder mit mehr als 300 Blütenblättern (kikuzaki). Die Farbe der Blüten ist meist weiß bis zartrosa, daneben gibt es aber auch Arten mit karmesinroten oder gelbgrünen Blüten.
Japanische Botanische Gesellschaft
KOYAMA Toru



Hanami

Seit Jahrhunderten haben japanische Dichter und Poeten die Schönheit der Kirschblüte besungen, jener Kirschblüte, die zum nationalen Symbol Japans geworden ist. Scharenweise versammeln sich jedes Jahr Japaner unter den Kirschblüten, die sie an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens erinnern. Vielleicht geht es gerade deshalb beim hanami, der Kirschblütenschau, so weltlich zu – es wird gegessen und getrunken, gesungen und getanzt und gemeinsam der Augenblick genossen, der schon bald wieder Vergangenheit sein wird. Manch einer denkt dann vielleicht an das Haiku des Dichters Issa, der da einst schrieb: "Welch seltsam Gefühl, hier so am Leben zu sein, unter den Blüten" .
Roland Domenig



Wiesenteich

Der „Wiesenteich“ wurde 1994 von der MA 45-Wasserbau gebaut und stellt ein wichtiges Trittsteinbiotop für wandernde Amphibienarten dar. Dieses Kleinstgewässer ist Teil eines Biotopverbundsystems, das die gesamte Donauinsel durchzieht und Feuchtbiotope durch Wald- und Feldraine, ungemähte Wiesenstreifen, Hecken und Wildäcker verbindet. In dem kleinen Teich wurden bereits acht Amphibienarten registriert, die hier regelmäßig ablaichen und ihre Juvenilentwicklung durchmachen. Unter anderem gibt es hier den Laubfrosch, den Wasserfrosch, die Knoblauchkröte, den Teich- und den Donaukammolch. AlleAmphibienarten sind, vor allem durch Lebensraumverlust, vom Aussterben bedroht und stehen unter Naturschutz.
Dr. Ulrike Goldschmid



Donauinsel

Die Donauinsel wurde als Hochwasserschutzprojekt in den Jahren 1975 bis 1988 errichtet. Auf einer Länge von 21 km wurde damit ein neues Erholungs- und Ausflugsgebiet geschaffen.
Durch die ausgezeichnete Erreichbarkeit der Donauinsel mit öffentlichen Verkehrsmitteln (U-Bahn) und das attraktive Freizeitangebot ist die Donauinsel das beliebteste Ausflugsgebiet der Stadt geworden. Da auf der Donauinsel das Autofahren verboten ist, bieten sich die gut ausgebauten Wege das ganze Jahr besonders für Radfahrer und Inlineskater an. Der gesamte Uferbereich zur neuen Donau wir im Sommer intensiv als Badestrand genutzt. Durch die Konzentration der Gastronomie und der intensiven Freizeitnutzungen an den Hauptverkehrsachsen hat sich der mittlere Teil der Donauinsel zu einem urbanen Freizeitbereich entwickelt. Der Nord- und der Südteil der Donauinsel wurden dagegen naturnah ausgestaltet. Hier dominieren Waldflächen, Wiesen, Baumgruppen und Biotope das Landschaftsbild und ermöglichen eine naturnahe Erholungsnutzung an den Ufern der Donau und der neuen Donau.
Stadtwald und Nationalpark
MA 49 Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien



Schremser Granit

Dieser feinkörnige Granit wurde durch relativ schnelle Erkaltung von flüssigem Magma in der Tiefe der Erdkruste unter dem seinerzeitigen Hochgebirge des Wald- und Mühlviertels gebildet. Dieses Gebirge war damals mit über 10 000 Metern höher als der Himalaya.
Mit 300 bis 320 Millionen Jahren stammt der Schremser Granit aus der Steinkohlenzeit. Seither ist das alte Hochgebirge bis auf einen Rumpf abgetragen; dadurch liegt der Granit heute an der Erdoberfläche, wo er in Steinbrüchen gewonnen wird.
Harald Steininger



Sorte Kanzan

Bei der Sorte Kanzan handelt es sich um eine jener Kirscharten, die an den Ufern des Arakawa-Flusses in Tokyo gepflanzt wurden. Neben der Bezeichnung Kanzan ist auch noch die Bezeichnung Sekiyama gebräuchlich. Die Zweige dieser Sorte sind nach innen gebogen und verleihen dem Baum so eine charakteristische Form, die an eine Trinkschale erinnert. Da es kaum Sorten mit nach innen gebogenen Zweigen gibt, sind sie auch nach Abfall der Blätter leicht zu unterscheiden.
Für das „sakurayu“ genannte Getränk, das zu feierlichen Anlässen gereicht wird, werden Blüten der Sorte Kanzan verwendet.
Baumform: trinkschalenförmig
Baumhöhe: hoch
Blütenform: achtfach (yaezaki)
Blütenfarbe: karmesinrot
Anzahl der Blütenblätter: 20 – 50
Blütezeit: Ende April (in Tokyo)



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